DER OELDER
BAHNHOF

Bahnhof

WAs König Friedrich Wilhelm mit dem Oelder BAhnhof verbindet

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Ansicht des Bahnhofs um 1920

Es war König Friedrich Wilhelm, der  am 9. März 1845 endgültig über den neuen Schienenverlauf  zwischen Hamm und Bielefeld  entschied.
Die  Wahl fiel auf „die um zweieinviertel Meilen kürzere und um 414 000 Thaler wohlfeilere Linie von Hamm über Ahlen, Oelde und Rheda nach Bielefeld“. 

Ein echter Glückfall für Oelde!
Somit wurde das bis dato ruhige und beschauliche Wigbold, das spätere Oelde, das abseits der großen Verkehrsströme lag, an die weite Welt angebunden. 
Der Wirtschaft sollte dies in den folgenden Jahrzehnten großen Aufschwung geben. 

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Ansicht des ehemaligen Bahnhofs in der Verlängerung der Straßen "Zum Kleygarten"

Die Bedeutung des Bahnhofs

Im Oktober 1847 war es so weit: Züge konnten von Köln bis Minden fahren. Vom 15. Oktober bis zum 31. Dezember 1847 verkaufte die Station in Oelde bereits 4932,5 Fahrkarten, im Güterverkehr wurden in Oelde in diesem Zeitraum 885 Zoll Zentner (44,25 Tonnen) aufgegeben. Zu dieser Zeit waren die Abfertigungsgebäude in Oelde noch provisorisch. Wer Oelde mit der Eisenbahn erreichte, stand mitten im Gebiet, das die damalige  Katasterverwaltung als „Kley Gorens“ bezeichnete. 

Der Bahnhof und die Bahnlinie entstehen ... 

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Abbruch des ehemaligen Bahnhofs in der Verlängerung der Straße "Zum Kleygarten"

Den heutigen Kleygarten gab es zur damaligen Zeit noch nicht. Er wurde erst um die Jahrhundertwende angelegt und lief direkt auf den Bahnhof zu. In den Stadtkern führte zunächst vom Bahnhof aus nur ein schmaler, unbefestigter Weg über die heutige Poststraße durch Gärten. Bis dahin begrenzte die beiderseits dicht bebaute Ruggestraße die Stadt nach Norden.

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Ehemalige Bahnschranke an der Warendorfer Straße vor Bau der Bahnunterführung

Der Bau der Bahn zahlt sich aus

Oelde entwickelte sich und die Einwohnerzahlen stiegen: Seit 1809 fanden Zählungen statt: 1809 waren es gerade einmal 1.141 Einwohner. 1852 waren es 1.791, im Jahr 1871 bereits 2.580 und nur acht Jahre später 3.011. 

Führte die Eisenbahnlinie im 19. Jahrhundert noch zweigleisig durch Oelde, wurde die Köln-Mindener Eisenbahnstrecke im Ersten Weltkrieg aus strategisch-militärischen Gründen viergleisig ausgebaut. So entstanden je zwei Personenzuggleise, nördlich gelegen, und zwei Güterzuggleise, südlich, zur Stadt hin gelegen.

In dieser Zeit wurde der bis dato schienengleiche Bahnübergang der Warendorfer Straße, der von einem Bahnwärterhäuschen aus mittels Schranken gesichert war, durch einen Brückenbau abgelöst. 1919 wurde der heutige  Bahnhof in Betrieb genommen. Im Jahr 2000 ist das Oelder Bahnhofsgebäude in das Eigentum der Stadt übergegangen, umgebaut und verschönert worden. 

Seit 2021 sind die Gleise und das Bahnhofsgebäude  auch aus nördlicher Richtung, von dem neu errichteten Pendlerparkplatz aus, direkt erreichbar - hierzu erfolgte ein Tunneldurchstich. Zwei Aufzüge stellen  heute den barrierefreien Zugang der Gleise sicher. 

(Aufnahme der Warendorfer Straße vor Bau der Bahnunterführung

Anekdoten zum Oelder Bahnhof 

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Fußballweltmeister Helmut Rahn, der einen D-Zug zu einem außerplanmäßigen Stopp in Oelde veranlasste

Am 27. Juni 1955, hielt ein D-Zug außerplanmäßig in Oelde: Helmut Rahn, Weltmeister von 1954, war mit RW Essen deutscher Meister geworden. Damit die Oelder ihrem Nationalspieler, der als 20-Jähriger in der Saison 1949/50 beim Sport-Club Oelde 09  spielte, gratulieren konnten, stoppte der Zug mit dem  „Boss“  auf der Rückfahrt von Hannover.   „In Oelde, meiner Wirkungsstätte seligen Angedenkens, wurde der Zug extra angehalten. Etliche Flaschen Wein und Blumen wurden mir ins Abteil gereicht.“ (Helmut Rahn, Mein Hobby: Tore schießen“, DVA München, 2004, Seite 18-21 / 129)

Sonderzug nach Oelde: Bundespräsident Heinrich Lübke besucht Oelde am 10.12.1966 

Am 10. Dezember 1966 hielt ein Sonderzug der Bundesbahn in Oelde. Mit diesem war Bundespräsident Heinrich Lübke zur alljährlichen Bundesjagd im Staatsforst Geisterholz angereist.
Wie schon sein Vorgänger Theodor Heuss kam er gern nach Oelde, um zwar nicht selbst zu schießen, aber doch um der Jagd als Gastgeber zahlreicher Diplomaten und weiterer hochrangiger Gäste beizuwohnen.

ICE-Geschwindigkeitsrekord am 26.11.1885

Am 26. November 1985 erreicht ein vollbesetzter ICE auf Oelder Gebiet 317 km/h und stellt damit einen deutschen Geschwindigkeitsrekord und einen Weltrekord für Drehstromfahrzeuge auf.  An Bord des ICE waren  Verkehrsminister Werner Dollinger, Technologieminister Heinz Riesenhuber, Ministerpräsident Johannes Rau sowie Bundesbahnchef Reiner Gohlke.  Die Weichen wurden per Handverschluss gegen ein Umstellen gesichert, Eisenbahnbrücken  von der Polizei geschützt. Die Bahnsteige in Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Oelde mussten von Reisenden geräumt werden. Ein Hubschrauber begleitete die Zugfahrt.

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