EVANGELISCHE 
STADTKIRCHE

Evangelische Stadtkirche

Gesichter Oeldes, der Stadtspaziergang

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Pfarrer Johannes Siebold, der ab 1887 fast vier Jahrzehnte lang die kleine Gemeinde leitete

Heute zählen drei Kirchen zur Evangelischen Gemeinde in Oelde. Die Stadtkirche ist die älteste. Doch als 1848 die erste evangelische Gemeinde entsteht, sieht das ganz anders aus: Oelde ist Diaspora. Die gut 50 Mitglieder treffen sich im Herrenhaus des Gutes Axthausen zum Gottesdienst. Eine Kirche gibt es nicht. Erst mit ihrer Einweihung 1880 beginnt die kleine Gemeinde zu wachsen. Pfarrer Johannes Siebold begleitet diese spannende Zeit ab 1887 fast vier Jahrzehnte lang.

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Gut Axthausen, auf dem ab 1848 die ersten Gottesdienste abgehalten wurden

Gottesdienst auf Gut Axthausen

1848 entstand die erste evangelische Gemeinde auf Oelder Gebiet. Domänenrat Geßner ermöglichte die ersten Gottesdienste in seinem Haus Gut Axthausen am östlichen Stadtrand. Etwa 50 Gemeindeglieder nahmen sonntags daran teil.  
 

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Der ehemalige Gemeindesaal im Gemeindehaus, das später abgerissen wurde

Beten im Tanzsaal 

1854 pachtete Pastor Fritsche  ein Grundstück an der Langen Straße. Der auf dem Grundstück befindliche Tanzsaal des Gastwirts Böger wurde in einen Betsaal umgewandelt.

1857 kaufte die evangelische Kirchengemeinde den Grund und Boden. Das zum Gemeindegebäude umgestaltete Haus, das den Betsaal sowie die evangelische Schule und Wohnungen für den Pastor und den Lehrer enthielt, erforderte jedoch ständig aufwändige und kostspielige Reparaturen.

(Die Abbildung zeigt den ehemaligen Gemeindesaal im Gemeindehaus, das später abgerissen wurde)

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Ev. Stadtkirche mit der früheren Mauereingrenzung

Das Presbyterium beschloss 1868, einen Neubau in Angriff zu nehmen. Man einigte sich darauf, hinter dem alten Haus zunächst das neue Pfarrhaus zu bauen, dann das alte abzubrechen und vorn zur Straße hin eine Kirche im neugotischen Stil zu errichten.  

 Spendensammlungen und die Unterstützung durch das Gustav-Adolf-Werk, das kleine Gemeinden in der Diaspora unterstützte, schafften die finanziellen Voraussetzungen für die ehrgeizigen Pläne der kleinen Gemeinde. 

1879 wurde der Grundstein des Gotteshauses gelegt.  In den Grundstein wurde eine Urkunde mit dem Verzeichnis der 101 evangelischen Gemeindeglieder mit mehreren Münzen und Zeitungen niedergelegt. Gemäß dem „Eisenacher Regulativ für den evangelischen Kirchenbau“ von 1861 wurde die kleine Diasporakirche im gängigen Stil der Neugotik errichtet.
Das Eisenacher Regulativ sah einschiffige, nach Osten ausgerichtete Saalkirchen vor und legte die Position von Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel im Einzelnen fest.

(auf dem Bild ist die ev. Stadtkirche mit der früheren  Mauereingrenzung zu sehen

Ev. Stadtkirche mit dem dahinter liegenden Pfarrhaus (dieses wurde später abgerissen
Zu sehen ist die ev. Stadtkirche mit dem dahinter liegenden Pfarrhaus (dieses wurde später abgerissen). 


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 Am 31. August 1880 wurde die Kirche eingeweiht.  Altar und Kanzel sind das Werk von Stephan Mettenbörger, den Taufstein schuf Carl Brockmann. Das Mittelfenster auf der Südseite erinnert an die gefallenen und infolge der Wirren im Ersten Weltkrieg verstorbenen Gemeindeglieder. Das vordere Südfenster – im Gedenken an die Verstorbenen des Zweiten Weltkriegs gestiftet zum 75jährigen Bestehen des Oelder Unternehmens Haver &  Boecker – zeigt den auferstandenen Christus.  Den Entwurf lieferte 1960 der Vellerner Bildhauer und Glasmaler Heinrich Gerhard Bücker.  

Waren es zur Grundsteinlegung nur 101 Gemeindeglieder, stieg die Zahl bis 1926 auf 560. Ein starker Zustrom von Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten ließ die Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg innerhalb kurzer Zeit auf mehr als 3.000 evangelische Christen anwachsen.

Dass das Gotteshaus in diesen Jahren nicht irgendwelchen Erweiterungsplänen geopfert wurde, lag weniger an künstlerischer Einsicht als vielmehr unterschiedlichen Meinungen im Presbyterium und an begrenzten finanziellen Möglichkeiten. So blieb die Saalkirche bis heute stilrein und in ihrer ursprünglichen architektonischen Geschlossenheit erhalten. Entsprechend wurde die Stadtkirche in die Denkmalliste aufgenommen.  

Um der wachsenden Gemeinde gerecht zu werden, wurden zwei weitere Kirchen gebaut. Bereits 1953 weihte die Gemeinde die Christuskirche in Stromberg ein. Anfang der 1960er-Jahre entstand nördlich der Bahnlinie ein neuer Pfarrbezirk mit neuer Kirche, Pfarrhaus und Gemeindezentrum; die Friedenskirche wurde am 1. Advent 1962 eingeweiht. 

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