DER OELDER STADTPARK 

Stadtpark


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An der Schaffung eines Stadtparks und an der Entwicklung bis zum heutigen Vier-Jahreszeiten-Park haben viele Menschen mit Visionen und Tatkraft mitgewirkt.
Und er hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Als Stadtpark angelegt,  bestanden Pläne, ihn der  nationalsozialistischen Selbstdarstellung  dienend zu "Utopia" auszubauen.  Im Zweiten Weltkrieg  versorgte er die Menschen  mit Gemüse und Kartoffeln, bevor er - in die Jahre gekommen - zur Landesgartenschau 2001 neu zum Leben erweckt wurde. 

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 Doch ohne die Beharrlichkeit und Naturliebe von Hermann Johenning hätte es vielleicht keinen derartig großen Park in Oelde gegeben.  Bürgermeister Hermann Johenning, der 1919 Nachfolger von Amtmann Geischer geworden war, befand, dass die Stadt ihren Bürgern die Möglichkeit geben müsse, sich in ihrer Freizeit im Grünen zu erholen. Doch seine Idee eines Stadtparks stieß zunächst auf wenig Gegenliebe. Schließlich soll Johenning angekündigt haben, dass er die Fläche, die teilweise im damaligen Kirchspiel lag, eben selbst kaufen werde.

Im Januar 1929 hatte er die Stadtverordneten wohl überzeugt. Denn in der Stadtverordnetenversammlung am 3. Januar ging es um den Ankauf von 26,5 Morgen Land (das entsprach ungefähr der Größe von knapp neun Fußballfeldern) aus dem Eigentum des Gutsbesitzers Alex Erdland zur Schaffung eines Volksparks und eines botanischen Gartens.   

Blick auf den  ehemaligen Rosengarten


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Stadtvorsteher Joseph Holterdorf führte laut Sitzungsbericht dazu aus, dass es den dankenswerten, langjährigen Bemühungen des Herrn Bürgermeister Johenning zu verdanken sei, Herrn Erdland zum Verkauf  des Geländes zu bewegen. Zusammen mit weiteren zusammenhängenden Arealen, die im Eigentum der Stadt waren, ergab sich eine geeignete Fläche für die Pläne eines Parks. Der Oelder Stadtpark nahm Formen an, doch Johenning hatte nicht viel Zeit, seine Vorstellungen zu verwirklichen.
1939 entfernten ihn die Nationalsozialisten aus dem Amt und entwickelten ganz andere Vorstellungen vom Stadtparkgelände (Utopia). 
Zum Ende des Kriegs und in den Nachkriegsjahren dienten große Flächen des Stadtparks dem Anbau von Gemüse und Kartoffeln. Erst als sich die Lebensmittellage verbessert hatte, wurden im Stadtpark wieder Rasenflächen angelegt.

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Wer ist Theo? 

Mit Bürgermeister Theodor Naarmann fand der Stadtpark nach Johenning wiederum einen großen Förderer. In Naarmanns Zeit entstanden  ein Rosengarten und im Zuge der Bundesjagden ein Damwildgehege. Der Name "Theo" für Oeldes ersten Damhirsch bezieht sich auf Altbundespräsident Theodor Heuss, der 1953 bei der  stattfindenden Diplomatenjagd im Geisterholz die Schirmherrschaft übernommen hatte. Beim gemütlichen abendlichen Beisammensein brachte Bürgermeister Naarmann  das Gespräch darauf, dass es schön sei, in Oelde ein Damwildgehege zu haben. Der erwartungsvoll angesprochene Bundespräsident befand die Idee für gut und sorgte dafür, dass der Park Damhirsche erhielt, deren Familienoberhaupt alsbald auf den Namen „Theo“ getauft werden konnte. 

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Ende des vergangenen Jahrhunderts war das Gelände in die Jahre gekommen. Aber es hatte Potenzial mit seinem in Jahrzehnten gewachsenen Baumbestand. Oelde bewarb sich unter Bürgermeister Helmut Predeick für die Landesgartenschau 2001 und bekam den Zuschlag. Mit gut besuchten Baustellenführungen wurden die Oelder auf dieses Großereignis eingestimmt. Das Motto der Gartenschau „Blütenzauber und Kinderträume“ ging auf. Mit mehr als zwei Millionen Besuchern wurde sie eine der erfolgreichsten Landesgartenschauen bundesweit. 

20 Jahre Landesgartenschau

Langversion Video-Dokumentation zur  Landesgartenschau

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Unter dem Namen Vier-Jahreszeiten-Park wird das Gelände weiterentwickelt und lockt nach wie vor Besucher weit über die Kreisgrenzen an. 


BILDERGALERIE